Kampf um den Milchpreis in der Bretagne
In Frankreich funktioniert der Milchpreis anders als in Deutschland. Warum wird dort nicht gestreikt wie bei uns?
Beispiel Bretagne: im Äußersten Westen Frankreichs gelegen, fast so groß wie Baden-Württemberg, mit ca. 6.000 Milcherzeugern, die überwiegend an das Unternehmen “Entremont” liefern. Sie fordern bereits seit Juli einen Aufschlag von 4,9 Cent pro Kg, soviel, wie ihre Kollegen bei den anderen Molkereien erhalten. “Entremont” ist der größte europäische Produzent von Emmentaler Käse. “Entremont” ist kein genossenschaftliches Unternehmen, sondern gehört “UNICOPA”.
Es ist Mitte August, die Milcherzeuger haben den geforderten Aufschlag nicht in Ihrer Juli-Abrechnung erhalten. Am 13. August beginnen die Protestaktionen: etwa 60 Milchbauern besetzen die Zentrale in Quimper kurz nach 22.00 Uhr. Sie lassen aus allen 25 Tankzügen die Luft raus und drehen die Ventile ab.
In weiteren bretonischen Filialen werden ebenfalls die Tanklastzüge blockiert. Die Aktionen dauern zwei Wochen. Es gibt Verhandlungen und “Entremont” will nur 3 Cent zugestehen. Schließlich, am 28. August ist in der Zeitung zulesen, dass man sich auf die 4,9 Cent geeinigt hat – rückwirkend ab Juli.
Interessante Information am Rande: “Entremont” will rechtliche Schritte gegen die Besetzer der Filialen einleiten. Es wird bekannt dass keine Lieferanten von “Entremont” dabei waren.
