Liquidität erhalten!

Für Milchviehbetriebe wird es nach unserer Einschätzung (zu diesem Thema auch top agrar, Ausgabe 7/2009) in den nächsten Monaten sehr eng: die finanziellen Reserven sind aufgebraucht und mit der Auszahlung der Betriebsprämien ist erst Ende Dezember zu rechnen.

Außerdem kommen vielerorts die Steuerbescheide für das relativ gute Jahr 2007 ins Haus. Und nicht nur das: die Finanzämter verlangen auch noch eine nachträgliche Vorauszahlung für das Jahr 2008 und erhöhen die laufenden Vorauszahlungen.

Was kann der Landwirt in dieser Situation tun?
1. Der Steuerberater sollte die Kürzung der laufenden Vorauszahlungen beantragen.
2. Bei der Bank könnte die Erhöhung der Kreditlinie beantragt werden – mindestens bis zur Auszahlung der Betriebsprämie.
3. Falls das Konto schon weit überzogen ist, sollte ein Darlehen bei der Hausbank beantragt werden, das auch die voraussichtliche weitere Lücke deckt. Die Rückzahlung sollte flexibel möglich sein.

Welche Bedingungen stellt das Finanzamt?
Für seinen Antrag auf Anpassung der Vorauszahlungen muss der Steuerberater den voraussichtlichen Gewinn und das voraussichtliche Einkommen schätzen.

Welche Bedingungen stellt die Hausbank?
In der Regel verlangt die Hausbank eine Liquiditätsvorausschau für mindestens ein Jahr. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt müsste also das Wirtschaftsjahr 2009/2010 in einer Liquiditätsvorausschau (monatliche Einnahmen und Ausgaben) dargestellt werden.

Was kosten diese Maßnahmen?
Die Gebühr des Steuerberaters für den Herabssetzungsantrag richtet sich nach der Höhe der Steuern.
Die Kosten für eine Liquiditätsvorschau sind frei vereinbar. Eine Liquiditätsvorschau für eine Jahr kostet bei uns (für einen Milchviehbetrieb mit Buchhaltung) ca. 300 €.

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